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Was ist normaler Schlaf?

Schlaf wurde lange Zeit in der Wissenschaft nicht untersucht, weil davon ausgegangen wurde, dass es sich dabei lediglich um einen Zustand verminderter Aktivität handle. Forschungen, die erst in diesem Jahrhundert eingesetzt haben, enthüllen den Schlaf als einen äußerst aktiven Zustand, in dem Teile des Körpers "auf Sparflamme" arbeiten, andere wiederum äußerst aktiv sind. Angepasst an die Dauer von Tag und Nacht unterliegen viele Körperfunktionen einem etwa 24stündigen Rhythmus, beispielsweise Körpertemperatur, Hormon-, Magensäure- und Galleproduktion, Blutdruck, Herzschlag usw.

Auch der Schlaf-Wach-Rhythmus ist beim erwachsenen Menschen an den Tag-Nacht-Rhythmus angepasst. Daneben existieren weitere kürzere periodische Rhythmen mit Einfluss auf den Wachheitsgrad.

Beispielsweise tritt am Nachmittag eine zweite Phase auf, in der der Körper auf Ruhe eingestellt ist. In den südlichen Ländern gehört die Mittagsruhe zum Alltag. In Mitteleuropa wird diese Ruhephase meist dem ununterbrochenen Arbeitsablauf geopfert. Wir können zwar ohne weiteres ohne Mittagsschlaf leben, viele Menschen haben aber in dieser Zeit das Bedürfnis auszuruhen.

Der Nachtschlaf wird in fünf verschiedene Stadien eingeteilt

  • Leichtschlafstadium 1 und 2
  • Tiefschlafstadium 3
  • REM-Schlaf

REM ist die Abkürzung für Rapid Eye Movements, also schnelle Augenbewegungen, weil in dieser Phase die Muskeln völlig erschlafft sind, nur die Augen bewegen sich schnell hin und her. In dieser Phase spielt sich der Großteil der Träume ab. Jeder Mensch träumt im REM-Schlaf, auch wenn er sich am nächsten Tag nicht immer daran erinnert. Der Schlaf beginnt mit Leichtschlaf, nach einer Tiefschlafphase folgt wieder Leichtschlaf, der schließlich in eine ca. 20minütige REM-Phase mündet. Ein solcher Schlafzyklus dauert etwa 90 Minuten und wird im Laufe einer Nacht etwa vier bis fünf mal durchlaufen. Dabei wird die Tiefschlafmenge mit zunehmender Schlafdauer immer weniger, die REM-Phasen werden dafür länger.

Der ungestörte Ablauf dieses Schemas ist Voraussetzung für einen erholsamen Schlaf. Bei Kleinkindern beträgt der REM-Anteil ca. 50% und nimmt im Lauf der Zeit ab auf etwa 15 - 20% im Erwachsenenalter.

Als sehr komplexes Geschehen kann der Schlaf durch die verschiedensten Faktoren gestört werden.

Die Schlafmedizin kennt über 80 verschiedene Arten von Schlafstörungen.
Davon sollen hier beispielhaft einige der wichtigsten kurz vorgestellt werden.

Schlafstörungen, die nicht organisch oder durch äußere Umstände bedingt sind

In vielen Fällen bestehen keine körperlichen oder äußeren Ursachen für schlechten Schlaf. Bei diesen sogenannten psychophysiologischen Schlafstörungen handelt es sich um eine der häufigsten Befindlichkeitsstörungen überhaupt. Der Betroffene hat entweder Schwierigkeiten einzuschlafen oder er erwacht häufig. In vielen Fällen treten beide Störungen nebeneinander auf.

Weil gesunder Schlaf lebensnotwendig ist, können Schlafstörungen körperliche Gesundheit und psychisches Befinden massiv beeinträchtigen. Wenn bewährte Hausmittel versagen wird in der Verzweiflung häufig zu Mitteln gegriffen, die an sich wiederum eine gesundheitliche Gefährdung oder Schädigung darstellen wie Alkohol. Dieser erleichtert zwar das Einschlafen, beeinträchtigen aber die Schlafqualität, beispielsweise durch Veränderung des REM- oder Tiefschlafes. Folge ist dann eine erhöhte Tagesmüdigkeit. Auch die Gefahr der Gewöhnung und körperlichen Abhängigkeit besteht.

Gestörtes Schlafempfinden
Schnarchen
Obstruktive Schlafapnoe
Nicht obstruktive Schlafapnoe
Narkolepsie
Restless Legs-Syndrom (RLS)
Periodische Beinbewegungen
REM-Verhaltensstörung
Folgen des nicht erholsamen Schlafes

Manche Menschen berichten, dass sie tagelang nicht oder kaum schlafen. Bei einer Untersuchung im Schlaflabor zeigt sich dann oft, dass dies nicht den wahren Gegebenheiten entspricht. Der Schlaf ist zwar unruhig und wird durch Wachphasen unterbrochen, ist aber wesentlich länger und effektiver, als er subjektiv empfunden wird. Das liegt daran, dass nur die Wachphasen bewusst wahrgenommen werden, nicht aber der Schlaf.

Schichtarbeit

Schichtarbeit, insbesondere Nachtschichten, stört den natürlichen Schlaf-Wachrhythmus. Meist gelingt es zunächst, sich an die veränderten Schlafzeiten anzupassen. Nach längerdauernder Schichtarbeit kommt es aber so gut wie immer zu Problemen.

Oft ist die Schlafzeit am Tag nicht ausreichend lang oder wird durch äußere Einflüsse unterbrochen. Besonders bei unregelmäßigen Schichten und ungünstiger zeitlicher Verteilung hat der Körper zunehmend Probleme sich auf die unnatürlichen Schlafzeiten einzustellen, weil der innere Schlaf-Wachrhythmus aus dem Gleichgewicht gerät. Erhebliche Einschlafstörungen und Müdigkeit in der Wachphase können sich zu einer massiven Problematik entwickeln. Oft treten andere körperliche Erkrankungen und Stimmungsschwankungen dazu.

Zeitzonenwechsel (Jet Lag)

Bei Interkontinentalflügen werden mehrere Zeitzonen in kurzer Zeit überquert. Dadurch wird der normale Schlaf-Wachrhythmus unterbrochen. Folge sind unterschiedlich stark ausgeprägte Schlafstörungen und / oder Tagesmüdigkeit, häufig auch Begleiterscheinungen wie Magen-Darm-Beschwerden usw. In Zeiten zunehmender Reiseaktivitäten nimmt die Bedeutung dieser Schlafstörung zu.

Circa 60 - 80% der Männer schnarchen. Bei Frauen scheint die Häufigkeit etwas niedriger zu liegen. Schnarchen ist zunächst nur ein Geräuschphänomen ohne Krankheitswert. Unangenehm kann das Schnarchen werden, wenn es so laut ist, dass die Partnerin bzw. der Partner dadurch im Schlaf gestört wird. Das kann ernsthafte Partnerschaftskrisen verursachen. Viele Schnarcher können kaum noch in Urlaub fahren, weil sie in Hotels und erst recht auf Zelt- und Campingplätzen Schwierigkeiten mit ihren Nachbarn bekommen.

Oft versucht der nicht schnarchende Partner sich mit Ohrenstöpseln zu behelfen, was aber meist keinen ausreichenden Effekt hat. Versuche das Schnarchen zu beseitigen gibt es unzählige: Anti-Schnarchtropfen oder -sprays, spezielle Kissen, Weckvorrichtungen, Nasenpflaster oder -spangen usw. Gemeinsam ist diesen mitunter skurrilen Methoden die weitgehende Wirkungslosigkeit.
Der Betroffene bemerkt selbst oft nichts von seinem Schnarchen.
Oft tritt Schnarchen vermehrt in Rückenlage auf. Bei starken Schnarchern hat die Körperposition aber häufig keinen Einfluss auf das Geräusch.

In manchen Fällen starken Schnarchens können neben den geschilderten sozialen Problemen auch ernsthafte gesundheitliche Probleme entstehen, wie sie im Folgenden bei der obstruktiven Schlafapnoe dargestellt werden.

Der Ausdruck Apnoe leitet sich vom griechischen Wort für Windstille ab und bezeichnet eine Atempause, die in der Schlafmedizin mindestens zehn Sekunden dauern muss. Das obstruktive Schlafapnoesyndrom ist sozusagen eine Steigerung des krankhaften Schnarchens. Zwischen beiden Krankheitsbildern bestehen fließende Übergänge. Der Mechanismus der Entstehung entspricht dem beim Schnarchen geschilderten.


Vom Partner werden zusätzlich zum lauten und unregelmäßigen Schnarchen häufig Atempausen beobachtet. Diese dauern zwischen 10 Sekunden und im Extremfall weit über eine Minute lang an. Beendet werden die Pausen mit einigen tiefen und lauten Atemzügen mit Schnarchen, oft auch Bewegungen der Beine oder Arme des Schläfers.

Ursache hierfür ist eine lebensrettende Weckreaktion (Arousal), die verhindert, dass der Betroffenen im Schlaf erstickt. Dabei wird der gesamte Körper aktiviert: die Muskeln spannen sich wieder an wie im Wachzustand, das Herz schlägt schneller und fängt in manchen Fällen zu stolpern an, der Blutdruck steigt kurz auf teilweise sehr hohe Werte an. Der Schläfer wacht dabei normalerweise nicht völlig auf, sondern wird nur aus tieferem Schlaf in ein leichteres Schlafstadium "kurz vor dem Aufwachen" versetzt. Deshalb bemerkt er nichts von diesen Vorgängen.

Allerdings bekommt er morgens und tags die Auswirkungen zu spüren. Die mehrere Hundert Male vorkommenden Weckreaktionen verhindern einen ruhigen und normalen Schlaf. Dadurch wird viel zu wenig Tiefschlaf und REM-Schlaf erreicht, der Schlaf ist deshalb nicht erholsam. Der Kranke fühlt sich morgens nicht ausgeschlafen, hat oft nach dem Aufstehen Kopfschmerzen oder einen trockenen Mund und Rachen, er ist tagsüber immer in Gefahr einzuschlafen, vor allem bei monotonen Tätigkeiten mit wenig Ablenkung wie Autofahren, Lesen, Konferenzen, Arbeit am PC usw.

Weitere Folgen sind Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit und Stimmungsprobleme wie Depression oder Gereiztheit.

Libido- und Potenzstörungen werden beobachtet, ausserdem Schwitzen oder häufiges Wasserlassen in der Nacht.

Neben diesen vom Betroffenen mehr oder weniger stark wahrgenommenen Erscheinungen kommt es zu Risiken, die nicht subjektiv registriert werden.

Die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt und Schlaganfall steigt auf das Zwei- bis Dreifache an. Häufige Begleiter der Schlafapnoe sind hoher Blutdruck, Herzrhythmusstörungen und Herzmuskelschwäche.
Diese Folgeerkrankungen sind schuld daran, dass Schlafapnoiker eine im Durchschnitt um zehn Jahre verkürzte Lebenserwartung haben. Von unbehandelten Schlafapnoikern sind nach neun Jahren etwa die Hälfte an Herz-Kreislauferkrankungen verstorben.

Bei Erwachsenen liegt die Häufigkeit zwischen drei und zehn Prozent. Schlafapnoe gehört also zu den häufigsten Volkskrankheiten wie Diabetes oder Asthma. Ein großer Teil der Patienten mit Herz- und Kreislauferkrankungen leidet an Schlafapnoe in unterschiedlich starkem Ausmaß. Allerdings ist beim weitaus größten Teil der Betroffenen die Krankheit nicht erkannt.
Leider herrscht auch unter Ärzten noch immer großes Unwissen darüber. Gerne wird sie als "Modekrankheit" abgetan oder mit dem Schnarchen in einen Topf geworfen. Häufig sind es die Kranken selbst oder deren Partner, die nach Medienberichten einen ersten Verdacht schöpfen, weil sie bei sich oder Ihren Angehörigen entsprechende Symptome feststellen.
Die Atempausen können sich der Beobachtung aber auch völlig entziehen. Der Schläfer macht nämlich während seiner Atempausen weiter Atembewegungen mit seinem Brustkorb, die jedoch uneffektiv sind. Erst durch eine ambulante Untersuchung beim Schlafmediziner oder stationär im Schlaflabor wird das wahre Ausmaß der Atemstörung deutlich.

Neben den geschilderten rein mechanisch durch Verlegung der oberen Atemwege bedingten Apnoen gibt es weitere mit unterschiedlichen Ursachen.

Die Atmung kann tags willentlich beeinflusst werden, läuft aber im Grunde automatisch ab. Das Atemzentrum im Hirnstamm steuert den Rhythmus und die Tiefe der Atmung, je nach den momentanen Erfordernissen.

Es wird beeinflusst vom Kohlendioxid-Gehalt und, bei extremem Sauerstoffmangel, vom Sauerstoffgehalt des Blutes. Bei bestimmten Erkrankungen des Gehirns und zentralen Nervensystems kann die Funktion des Atemzentrums beeinträchtigt sein.

Vor allem nachts, wenn der Atemantrieb weniger stark ist, kann dies in langen Phasen resultieren, während derer der Schläfer nicht ausreichend tief oder gar nicht atmet. Man spricht dann von zentraler Schlafapnoe. Ursachen können Durchblutungsstörungen des Gehirns sein, ein Schlaganfall in der Vorgeschichte oder bestimmte andere Erkrankungen des Zentralnervensystems. Auch eine höhergradige Herzerkrankung kann Ursache einer schwankenden nächtlichen Atmung sein, Phasen von zentralen Atempausen wechseln sich dann mit Phasen übersteigerter Atmung ab, dieses Atemmuster nennt man die „Cheyne-Stokes-Atmung“.

In anderen Fällen ist das Atemzentrum intakt, aber die Atmung beeinträchtigt, weil die Muskulatur zu schwach ist, um im Schlaf eine ausreichende Atembewegung zu erzeugen.

Dies kann der Fall sein bei neuromuskulären Erkrankungen wie Muskeldystrophie, myotonische Dystrophie, amyotrophische Lateralsklerose, Morbus Parkinson und multiple Sklerose, oder nach Infektionen wie Kinderlähmung (Postpolio-Syndrom).

Eine weitere Ursache ist eine nicht ausreichende Beweglichkeit des Brustkorbes z.B. bei schwerer Rückgratverkrümmung (Skoliose) oder Emphysem.

In diesen Fällen ist der Brustkorb schon tags in maximaler Einatemstellung. Eine weitere Einatmung ist nur sehr begrenzt und durch willentliche Anstrengung möglich und wird nachts durch die liegende Körperposition erschwert. Zusätzlich wirkt sich dann der verminderten Atemantrieb negativ aus.
Aus den gleichen Gründen kann extremes Übergewicht ähnliche Probleme verursachen.

Die Narkolepsie ist eine Erkrankung mit unbekannter Ursache. In vielen Fällen sind bestimmte Blutgruppenmerkmale (HLA-Antigene) nachweisbar. Häufig haben die Betroffenen einen Mangel an Hypocretin, einem Nerventransmitter, welcher die Regulation von Wachsein und Schlaf reguliert und den jeweiligen Zustand stabilisiert Die typische Narkolepsie äußert sich nachts durch einen schlechten Schlaf mit vielen Wechseln zwischen Wach und Schlaf und schnelles Auftreten von REM-Schlaf, in der Einschlaf- oder Aufwachphase kann es zu Halluzinationen und Bewegungsunfähigkeit oder automatisierten Handlungen kommen. Tagsüber äußert sich die Narkolepsie durch plötzliche Schlafanfälle, die Minuten bis Stunden andauern. Danach fühlt sich der Erkrankte erfrischt. Oft treten tagsüber bei hellem Bewusstsein Anfälle einer plötzlichen Muskelschwäche auf, sogenannte Kataplexien, insbesondere bei intensiven Gefühlen wie Lachen.

Auch wenn es für die Behandlung der Narkolepsie mittlerweile wirksame Medikamente gibt, gelingt es häufig nicht, dass die Betroffenen ein Leben ohne Einschränkungen führen können. Sie müssen sowohl ihren Lebensstil als auch ihre Berufswahl an der Erkrankung orientieren.

Viele Menschen werden in Ruhephasen und beim Einschlafen von Missempfindungen in den Beinen gequält. Sie verspüren ein Unruhegefühl, Kribbeln oder Brennen in den Füßen und / oder Beinen, oft auch in den Armen oder im gesamten Körper. Dies löst den unwiderstehlichen Drang aus, die Beine zu bewegen. Die Beschwerden bessern sich vorübergehend auf Bewegung und Kälte. Das Ein- und/oder Durchschlafen wird dadurch teilweise massiv beeinträchtigt. In manchen Fällen liegt eine Erkrankung zugrunde wie Nierenleiden oder Eisenmangel. Auch viele Psychopharmaka können das Auftreten begünstigen. Oft liegt eine vererbte Form vor mit mitbetroffenen Familienmitgliedern.

Hierbei handelt es sich um eine Störung, die das Durchschlafen beeinträchtigen kann. Die Betroffenen verspüren keine Beschwerden wie beim RLS, bewegen aber im Schlaf die Beine, manchmal auch die Arme oder den ganzen Körper. Die Bewegungen treten in Abständen von 20 bis 40 Sekunden auf und dauern jeweils 0,5 bis 5 Sekunden. In einer Nacht können mehrere Hundert Gliedmaßenbewegungen auftreten, die vom nicht erkennbaren Anspannen der Fuß- oder Beinmuskeln bis zu meist ruckartigen zuckenden Bewegungen reichen können. Meist führen sie nicht zum Erwachen, sie verursachen aber, ebenso wie Apnoen, kurze unbemerkte Weckreaktionen (Arousals), die die Schlafqualität erheblich mindern und zu Tagesmüdigkeit führen können.

Hierbei treten meist bei älteren Menschen während der Phasen von REM-Schlaf Körperbewegungen auf. Normalerweise sollten im REM-Schlaf keinerlei Bewegungen des Körpers möglich sein, damit man die Inhalte seiner Träume nicht motorisch ausagieren kann, dies hat die Natur beim Menschen so eingerichtet. Manche Menschen tun aber genau dies, sie bewegen sich entsprechend der Trauminhalte, führen also zum Beispiel Laufbewegungen der Beine oder Abwehrbewegungen mit den Armen durch, auch nächtliche Schreie sind häufig. Oft sind die Trauminhalte bedrohlich. Es kommt vor, dass die Betroffenen sich selbst oder ihre Bettpartner durch die teils heftigen Bewegungen verletzen. Sicher diagnostizieren kann man die REM-Verhaltensstörung nur im Schlaflabor. Die REM-Verhaltensstörung ist nicht selten Vorbote einer neurodegenerativen Erkrankung wie z.B. eines Parkinson-Syndroms.

Erhöhte Müdigkeit am Morgen und Tag sind gemeinsame Folgen unterschiedlicher Störungen des Schlafes.

Dazu gehören Schlafapnoe, also unbemerkte Atempausen während des Schlafes, und eine Vielzahl weiterer Erkrankungen und Störungen, die die Schlafqualität verschlechtern.

Eine Untersuchung des HUK-Verbandes hat 1991 ergeben, dass etwa ein Viertel aller tödlichen Unfälle auf Bayerns Autobahnen durch Sekundenschlaf verursacht wird.

Einige Umweltkatastrophen werden auf Übermüdung des Personals zurückgeführt, z.B. das Giftgasunglück von Bhopal 1984, der Reaktorunfall von Tschernobyl 1986 oder die Öltankerhavarie der Exxon Valdez 1989.

Diese Daten belegen die ungeheure volkswirtschaftliche Bedeutung von Schlafstörungen. Verschiedenen Schätzungen zufolge verursacht Übermüdung durch Schlafstörungen der Gesamtwirtschaft weltweit jährlich Schäden in Höhe von Hunderten von Milliarden Euro, bedingt durch Unfälle und wirtschaftliche Fehlentscheidungen.

Folgeerkrankungen des Herz-Kreislaufsystems wie Herzinfarkt oder Schlaganfall kosten viele Menschenleben und immense Summen durch Arbeitsausfall und Behandlungskosten in Klinik und Rehabilitation.